Der digitale Nomade und wie es begann

Der Traum: Im Urlaub leben

Ich wollte schon immer Geld im Internet verdienen und baute mir langsam so über die Jahre ein zweites Standbein auf. Viele Menschen träumen von der Unabhängigkeit und mit dem Reisen Geld zu verdienen. Davon sind auch Realisten betroffen. Jeden Tag im Büro verbringen erschien mir eine Zumutung, obwohl ich sehr gerne arbeite und Herausforderungen gerne annehme.

Als ich meinen neuen Partner kennenlernte, entwickelte sich der Drang online arbeiten zu dürfen noch mehr. Die Sorgen der Kolleginnen wurden zusehends uninteressanter und ich war schon längst mit dem Kopf woanders, aber nicht mehr im Büro. Es kann, wie es kommen musste, die Damen stritten wieder und mir war das schlechte Klima und das Mobbing zu viel. Ich ging kurzerhand zu meinem Vorgesetzten und bat darum, mein Dienstverhältnis aufzulösen. Als Zeichen des guten Willens verlängerte ich freiwillig meine Kündigungsfrist und machte eine ordentliche Übergabe.

Der Traum: Im Urlaub leben
Der Traum: Im Urlaub leben

Und so geschah es…
Meine Ideen waren relativ überschaubar, ich konnte schreiben, Buchhaltung anbieten und ein paar Kleinigkeiten in der EDV anbieten. Wer dann plötzlich viel zu Hause sitzt, dem fällt vielleicht die Decke auf dem Kopf. Also ging ich meine neue Selbständigkeit folgender maßen an. Ich recherchierte viel über Blogger und bestellte deren Newsletter, außerdem ging ich unter die Leute. Ich besuchte Gründerseminare. Tatsächlich gründete ich zuerst ein Buchhaltungsunternehmen, das war bodenständig und ich war die lästigen Fragen aus meinem Umfeld los.

Der erste Weg führte mich zur Wirtschaftskammer, dort ließ ich mich beraten und gründete mein Unternehmen. Danach ging die Anmeldung mit der Sozialversicherung und dem Finanzamt relativ schnell. Es muss ja die Krankenversicherung, die Unfallversicherung und vor allem die Pensionsversicherung weiterlaufen. (Besten Dank noch mal an den Versicherungsmakler Franz Groo, der mich hier super unterstützt hat!) Beim Finanzamt ließ ich mich auch gleich von der Kleinunternehmerregelung befreien, damit ich Umsatzsteuer abführen müsse. Das hatte den großen Vorteil, dass ich für all die Dinge, die ich für meine Selbständigkeit benötigte, die Vorsteuer abziehen durfte. Es ist aber schon klar, dass das Finanzamt auch etwas davon sehen wollte. Klar Umsätze!

Erst als ich meinen Job tatsächlich los war und alle Gründungsschritte gesetzt waren, begann mein kreatives Denken. Mit dem Buchhaltungsunternehmen fühlte ich mich nicht so wohl, ich wollte ja reisen und meinen Partner begleiten. Trotzdem ließ ich es angemeldet. Im Zuge meiner Recherchen entwickelte sich mein Job als digitaler Nomade relativ schnell und mir fiel auf, dass das Betätigungsfeld doch groß war. Meine ersten Jobs waren Texte aller Art für Blogger, Rechtsanwälte und Steuerberater. Zur Auflockerung schrieb ich über Ernährung und technische Dinge sowie Produktbeschreibungen und auch für Mode Online Portale.

Dann hatte ich die Idee!
Ich begann Fachbücher zu schreiben und setzte mein langjähriges Wissen von meiner Tätigkeit aus dem Rechnungswesen um. Dafür organisierte ich einen Kindle Account und den Buchumschlag entnahm ich von einer Fotobörse. Und so entstand ein Buch nach dem anderen. Diese bewarb ich dann auch zusätzlich als selbständige Buchhalterin. Da ich einen Steuerblog hatte, wollte ich auf meine Bücher verweisen. Zum Glück telefonierte ich dafür mit der Wirtschaftskammer und mir wurde mitgeteilt, dass ich eine Betriebserweiterung vornehmen müsste. Mein zweites Unternehmen war das Ankündigungsunternehmen. Dass muss dann gestartet werden, wenn von Blogs bezahlte Links für Online Portale gesetzt werden und eine Provision bezahlt würde. Und so kamen noch weitere Ideen, die auf ihre Umsetzung warteten. Was ich nicht schaffte, notierte ich mir in einer Datei unter “Ideen”.

Wichtige Tipps vor der Gründung des online Unternehmens:
Immer vor der Umsetzung einer Idee, rechtlich abklären, wie es umgesetzt werden könnte. Klagen könnten ruinös sein. Wer etwas verkaufen möchte, muss seinen Horizont erweitern, also nicht einsperren und alleine sein, sondern sich seinesgleichen suchen. Es gibt mehr digitale Nomaden, als wir denken. Die Ideen kommen nur, wenn man über den Tellerrand sieht.